Paraplegiker-Pionier Guido A. Zäch (90) verstorben

Guido A. Zäch.Bild: Philipp Schmidli
Guido A. Zäch.Bild: Philipp Schmidli

Die Schweiz trauert um eine prägende Persönlichkeit der Rehabilitation: Dr. med. Dr. h.c. Guido A. Zäch ist am Montag, 16. Februar, im Alter von 90 Jahren nach längerer Krankheit im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen. Mit ihm verliert das Land den Gründer der Schweizer Paraplegiker-Stiftung und einen unermüdlichen Kämpfer für Menschen mit Querschnittlähmung.

Bereits in den 1960er-Jahren erkannte der gebürtige St. Galler als junger Arzt gravierende Lücken im Spital-, Sozial- und Versicherungssystem. Seine Vision war revolutionär: eine ganzheitliche Rehabilitation, die medizinische Behandlung, Forschung und soziale Integration vereint. 1975 gründete er die Schweizer Paraplegiker-Stiftung, später folgten die Gönner-Vereinigung mit heute rund zwei Millionen Mitgliedern sowie 1990 das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil.

Zäch leitete von 1973 bis 1989 das Paraplegikerzentrum Basel und prägte die Versorgung von Betroffenen über Jahrzehnte. Dank seines Engagements kehren heute über 60 Prozent der querschnittgelähmten Menschen in der Schweiz ins Berufsleben zurück – international ein Spitzenwert. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet und unter anderem zum Ehrendoktor ernannt.

Zäch war auch politisch aktiv: In den 1980er-Jahren gehörte er dem Grossen Rat Basel-Stadt an, von 1999 bis 2003 sass er für die CVP im Nationalrat. Anfang der 2000er-Jahre überschattete eine Verurteilung wegen Veruntreuung sein Wirken; 2007 trat er aus dem Stiftungsrat zurück und wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Guido A. Zäch hinterlässt seine Ehefrau und sieben Kinder. Sein Credo bleibt: «Was man besser machen kann, muss man verändern.» Sein Lebenswerk hat die Perspektiven von Menschen im Rollstuhl nachhaltig verbessert. PD/RAN