Pflegezentrum Lindenfeld: Anbau statt Aufstockung
Das Pflegezentrum Lindenfeld in Suhr benötigt dringend mehr zeitgemässe Pflegeplätze und eine bauliche Erneuerung. Nun setzt der Gemeindeverband nicht mehr auf eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes, sondern auf einen Anbau. Die Planänderung bringt betriebliche Vorteile, führt aber zu einer Verzögerung des 23-Millionen-Franken-Projekts.

Das Pflegezentrum Lindenfeld muss erweitert werden. Neben Mängeln beim Erdbebenschutz des 1977 erbauten Hauptgebäudes entspricht auch die Infrastruktur nicht mehr den heutigen Anforderungen. Besonders bei den Zimmern besteht Handlungsbedarf: Während die Nachfrage nach Einzelzimmern steigt, verfügt das Heim noch überwiegend über Zwei- und Dreibettzimmer.
Nun hat der Vorstand des Gemeindeverbands Lindenfeld, dem 25 Gemeinden angehören, eine wichtige Kursänderung beschlossen. Statt einer Aufstockung über dem Speisesaal soll ein Anbau realisiert werden, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.
Alternative mit Vorteilen
Verbandspräsident und Suhrer Gemeinderat Daniel Rüetschi erklärt, weshalb der Verband umdenkt. Eine frühere Machbarkeitsstudie hatte die Kosten eines Anbaus auf rund 30 Millionen Franken geschätzt. Deshalb entschied man sich zunächst für eine Aufstockung.
Diese Lösung hätte jedoch erhebliche Nachteile mit sich gebracht. Zusätzliche statische Massnahmen hätten die Nutzung des Saals eingeschränkt. Zudem liegen Saal und Hauptgebäude nicht auf derselben Höhe, was aufwendige Anpassungen nötig gemacht hätte.
Im Rahmen der laufenden Ausschreibung zeigte ein Unternehmen nun eine neue Möglichkeit auf: einen Anbau auf der Nordseite über der Küchenzufahrt. Dort könnten nicht nur zusätzliche Bewohnerzimmer entstehen, sondern auch Betriebsräume neu angeordnet werden. «Die Wege unserer Mitarbeitenden werden kürzer, was sich über das Jahr auf einige Kilometer summiert», sagt Rüetschi. Die gewonnene Zeit komme den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute.
Zeitplan gerät ins Rutschen
Die Planänderung hat Folgen für den Zeitplan. Der ursprünglich für Sommer 2026 vorgesehene Baukredit kann nicht wie geplant vorgelegt werden. Zunächst muss die laufende Ausschreibung rechtlich sauber abgeschlossen werden. Anschliessend soll noch in diesem Jahr eine neue Ausschreibung gestartet werden, bei der sowohl Aufstockungen als auch Anbauten geprüft werden.
Am Kostenziel von 23 Millionen Franken hält der Verband fest. Auch der Projektierungskredit von 800’000 Franken reicht laut Verantwortlichen aus, um die Neuauflage zu finanzieren.
Trotz der Verzögerung sieht der Verband einen Vorteil: Das Lindenfeld kann mehr Eigenmittel für das Projekt zurückstellen. Dank einer durchschnittlichen Bettenauslastung von 97,7 Prozent konnten zuletzt zusätzliche 270’000 Franken den Baureserven zugewiesen werden. Langfristig bleibt der Ausbau unumgänglich. «Alle Prognosen zeigen, dass der Bedarf an Pflegebetten weiter steigen wird», sagt Rüetschi. WIF/LA