Premiere für rollstuhlgerechten OL
Am Rymenzburger OL in Reinach wurde erstmals ein Para-OL für Menschen im Rollstuhl oder auf Spezialdreirädern durchgeführt. Das Projekt entstand im Rahmen einer Maturaarbeit und stiess bei Teilnehmenden und Fachstellen auf grosses Interesse.

Der Rymenzburger Orientierungslauf lockte am vorletzten Sonntag 352 Läuferinnen und Läufer nach Reinach. Neben den Wettkämpfen der Elite und des Nachwuchses stand vor allem eine Premiere im Mittelpunkt: Erstmals wurde ein Para-OL angeboten.
Orientierungslauf für alle
Initiiert wurde das Projekt von Tobias Steffen aus Rickenbach im Rahmen seiner Maturaarbeit an der Kantonsschule Beromünster. Sein Ziel war es, den Orientierungslauf auch für Menschen mit einer Querschnittlähmung zugänglich zu machen.
Die Vorbereitung erforderte umfangreiche Abklärungen. Steffen arbeitete unter anderem mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil sowie verschiedenen Rollstuhlvereinen zusammen. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Streckenplanung ein.
Die 1,6 Kilometer lange Route wurde speziell auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt. Sämtliche Posten waren mit dem Rollstuhl erreichbar, Treppen wurden vermieden und die Strecke führte durch die Unterführung mit der geringsten Steigung. Auf der OL-Karte wurden sogar hohe Randsteine eigens markiert.
Vor dem Start erhielten die Teilnehmenden zudem eine Einführung in den Orientierungslauf, da einige von ihnen bisher vor allem im Rollstuhlsport aktiv waren.
Positive Rückmeldungen
Den ersten Para-OL gewann Christian Wenk aus Eich vor Andreas Kienast aus Boll und Peter Hofstetter aus Entlebuch. Die Rückmeldungen fielen laut den Organisatoren durchwegs positiv aus. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, den Orientierungslauf in einer rollstuhlgerechten Form zu erleben.
Die Ergebnisse der Maturaarbeit sollen nun ausgewertet werden. Sowohl der Aargauer und der Schweizer OL-Verband als auch das Schweizer Paraplegiker-Zentrum haben Interesse an den Erkenntnissen bekundet. Diese könnten künftig als Grundlage für weitere rollstuhlgerechte Orientierungsläufe dienen. Kevin Steffen/LA