Red Boots: Schon wieder ein neuer «Wunschtrainer»
Die Red Boots Aarau präsentieren mit Eduardo «Edi» Barrera ihren nächsten Cheftrainer – und sprechen erneut vom «Wunschtrainer». Doch die Vergangenheit zeigt: Auf solche Versprechen folgte selten Kontinuität.

Mit Eduardo Barrera übernimmt ab Juni bereits der achte Trainer seit dem Wiederaufstieg 2021 das AWSL-Team der FC Aarau Frauen. Eine Zahl, die Fragen aufwirft – gerade weil der Verein gleichzeitig von «Kontinuität» und «Weiterentwicklung» spricht.
Zuletzt musste Jürgen Seeberger gehen, obwohl er die sportlichen Ziele erreichte und das Team in die Playoffs führte. Sein Vertrag wird per Ende Mai vorzeitig aufgelöst. Offiziell ist von einer «Neuausrichtung» die Rede.
Mit Barrera präsentieren die Verantwortlichen nun ihren nächsten Hoffnungsträger. Bereits im Herbst 2025 stand er ganz oben auf der Wunschliste, damals entschied er sich jedoch für den FC Baden. Nun folgt er doch nach Aarau – als Trainer, der im Frauenfussball noch keine Erfahrung vorweisen kann.
Kaum Erfahrung im Frauenfussball
Das ist kein Einzelfall: Mit Ausnahme von Charles «Charly» Grütter brachte keiner der acht Trainer seit dem Aufstieg ausgewiesene Erfahrung im Frauenfussball mit. Grütter war zuvor unter anderem bei den YB Frauen und im Nachwuchs des Schweizer Verbands tätig und galt als ausgewiesener Fachmann. Die übrigen Trainer – darunter auch bekannte Namen wie Raimondo Ponte oder Jürgen Seeberger – waren Quereinsteiger aus dem Männer- oder Juniorenfussball.
Barrera passt in dieses Profil. Der 53-Jährige gilt als versierter Nachwuchsausbildner mit regionaler Verankerung und klarer Spielidee. Eigenschaften, die auch seine Vorgänger mitbrachten. Barrera selbst betont seine Stärken in Klarheit und Kommunikation – entscheidend sei nicht die Kategorie, sondern die Fähigkeit, ein Team zu erreichen.
Anspruch und Realität
Die Vereinsführung zeigt sich überzeugt, mit Barrera «die richtige Person» für nachhaltige Entwicklung gefunden zu haben. Doch genau solche Aussagen waren in den vergangenen Jahren regelmässig zu hören – meist gefolgt von einem erneuten Umbruch.
Seit dem Aufstieg hat sich ein Muster etabliert: ambitionierte Ziele, grosse Worte – und kurze Amtszeiten. Selbst Trainer mit solider Bilanz, wie zuletzt Seeberger, erhalten kaum Zeit, um etwas aufzubauen. RAN