Regierungsrat Markus Dieth:«Das ist gelebte Demokratie»
Fast 10′000 Gäste, zahlreiche Renovationsprojekte und klare Worte zur Demokratie: An der 24. Generalversammlung des Vereins Schloss Liebegg wurde nicht nur Bilanz gezogen, sondern auch ein starkes Zeichen für Engagement und Zusammenhalt gesetzt. Regierungsrat Markus Dieth würdigte den Verein als Beispiel «gelebter Demokratie».

«Was ist noch ritterliches Verhalten in der heutigen unsicheren Zeit?» Diese rhetorische Frage richtete Regierungsrat und Ritter Markus Dieth an die rund 100 anwesenden Mitglieder. Der Ton sei «hart, unflätig, respektlos» geworden. In der Welt «rumpelt und trumpelt» es. In diesem Umfeld sei es für politische Behörden sehr schwierig, jenes Vertrauen zu schaffen, das für das Funktionieren von Demokratie und Staat nötig sei.
Schulterzuckend «Es ist einfach so!» zu sagen, gehe nicht. Bürgerinnen und Bürger müssten aufstehen, sich klar und deutlich von Extremen distanzieren und zu «unseren Werten» stehen. «Wir müssen den Staat tragen und der Staat muss uns tragen», so Dieth.
Beruhigend sei zu beobachten, dass respektvoller Umgang im Kleinen gut funktioniere. Dafür brauche es Gefässe – in der Gemeinde, im Kanton, beim Bund. Und dafür brauche es funktionierende Vereine. Der Verein «Schloss Liebegg» stehe für Vertrauen: Vertrauen der Besucherinnen und Besucher sowie das Vertrauen des Kantons, dass dieses Erbe beim Verein in guten Händen sei. Dieth dankte dem gesamten Schloss-Team: «Das ist gelebte Demokratie!»
Vereinspräsident Peter Frey betonte, das Schloss friste kein Dornröschen-Dasein. Fast 10′000 Menschen hätten 2025 auf Schloss Liebegg gefeiert – auch dank dem Hexenmuseum. «Verein und Schloss leben – dank den Vereinsanlässen, dank der professionellen Organisation für Veranstaltungen.»
In seinem Jahresbericht wies Frey auf personelle Veränderungen im Vorstand und im Schlossbetrieb hin. Manuel Eichenberger, Vizeammann von Gränichen, wurde als Vertreter der Gemeinde neu in den Vorstand gewählt. Seit dem 1. Oktober 2025 amtet Armin Haustein als neuer Schlossverwalter; er folgt auf Samuel Widmer.
Renovationen undSicherheit im Fokus
Besonders hervor hob Frey die «professionelle, konstruktive und verständnisvolle» Zusammenarbeit mit dem Kanton – insbesondere bei anstehenden Renovationsarbeiten. So etwa bei der Erneuerung der Stützmauer oder beim Schaden durch aufsteigende Feuchtigkeit im Graviset-Hochzeits-Zimmer. «Hier braucht es schnelle Lösungen. Das Zimmer wird vom Zivilstandskreis Aarau mit seiner ‹historischen Pracht und zeitlosen Eleganz› beworben.»
Für 2026 stehen rund ein Dutzend Projekte an: Dachsanierungen, Malerarbeiten an Fenstern und Läden im Turm sowie an der Türe zum Glockenturm, der Ersatz von Küchengeräten, neue Lampen in der Scheune oder Rundbänke zum Schutz der Bäume auf dem Vorplatz.
Auch die Sicherheit der Schlossbesucher sei ein wiederkehrendes Thema – nicht erst seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana.
An der Generalversammlung wurde das Vereinsjahr 2025 offiziell abgeschlossen. Dem Vorstand wurde Decharge erteilt. VSL