Restaurant Mühle ist Konkurs

Das traditionsreiche Restaurant Mühle in Oberentfelden hat seit dem 12. Januar geschlossen. Über die Betreiber-GmbH wurde der Konkurs eröffnet. Für das Wirtepaar Nikolli endet damit ein Herzensprojekt – nach knapp zwei Jahren.

Nicht nur die Terrasse der ‹Mühle› in Oberentfelden ist geschlossen, sondern der ganze Betrieb. Bild: RAN
Nicht nur die Terrasse der ‹Mühle› in Oberentfelden ist geschlossen, sondern der ganze Betrieb. Bild: RAN

In Oberentfelden war die Freude gross, als bekannt wurde, dass die «Mühle» ein neues Wirtepaar bekommt. Und auch Gastgeber Alkest Nikolli und sein Team gingen im Frühling 2024 mit viel Euphorie und Vorfreude ans Werk. Die Besitzer hatten ihm viel Gutes über das traditionelle Gasthaus und die treue Kundschaft erzählt. Ein eigenes Restaurant, dazu noch eines in einem so schönen Haus, einer gastronomischen Top-Adresse war der ganz grosse Traum der Familie Nikolli aus Zürich.

Doch jetzt, 20 Monate später, sieht die Welt anders aus. Am Abend des 11. Januar hat das Wirtepaar ein letztes Mal seine Gäste bedient, am Tag darauf wurde die ‹Mühle› geschlossen. Über die GmbH ist der Konkurs eröffnet worden, so steht es im Amtsblatt. «Wir mussten handeln», sagt Alkest Nikolli am Telefon, gegenüber der ‹Aargauer Zeitung›. «Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht.»

Sie hätten nicht leichtfertig in die Selbstständigkeit gewechselt, betont Nikolli. Sowohl er als auch seine Frau sind in Gastrofamilien gross geworden und haben jahrelange Berufserfahrung. Alkest Nikolli war etwa stellvertretender Geschäftsführer der Migros-Tochter Ospena Group, die in der Schweiz verschiedenste Gastro- und Hotelbetriebe führt, ist ausgebildeter Sommelier und Barista. Für die Küche engagierten die Nikollis für den Start einen Chef de Cuisine, mit Erfahrungen in einer Sterneküche.

Wirte wollen in der Region bleiben

Der Anspruch, gehobene Küche zu bieten, war der Vergangenheit des Hauses geschuldet: In ihren 33 Jahren hatten die Gastgeber Barbara und Hansueli Zuber-Rey die ‹Mühle› zur Top-Adresse mit bis zu 13 ‹Gault-Millau›-Punkten gemacht. Doch diese Fussstapfen waren zu gross. Ein Neustart in einem Dorf, in dem man fremd ist, dazu mit gehobener Gastronomie und einem Lokal mit 140 Plätzen, das ging nicht auf. Erschwerend kamen die Nachwirkungen von Corona und die in Oberentfelden speziell hohen Energiekosten dazu, so Nikolli, dazu das Aufreiben zwischen Betrieb und Familie.

«Wir haben in den letzten Monaten das Steuer herumreissen können, wir haben inzwischen eine treue Stammkundschaft und eine zufriedenstellende Auslastung», sagt Nikolli. «Aber die Probleme vom Anfang haben nachgewirkt und nicht mehr aufgeholt werden können.» Der Entscheid, die Reissleine zu ziehen, sei schwer, aber unumgänglich gewesen. «Gleichzeitig spüre ich jetzt auch eine Erleichterung. Die Belastung der letzten Monate war enorm», gibt Nikolli offen zu.

Den Kopf in den Sand stecken wollen die Nikollis nicht. «Wir haben einen starken Willen, wir möchten in der Gastronomie weitermachen.» Sobald das Kapitel ‹Mühle› abgeschlossen und al-les bereinigt sei, wollen die beiden mit Hilfe von Familie und Investoren ein neues Lokal eröffnen. «Etwas Kleines mit 30 bis 40 Plätzen», sagt Nikolli. Der Region wollen sie treu bleiben.

Neues Wirtepaar gesucht

Die Eigentümer der ‹Mühle›, Barbara und Hansueli Zuber-Rey, bedauern die Schliessung, wie sie in einer Mitteilung an der Türe des Restaurants schreiben. «Es ist für uns als Eigentümer schmerzlich, dass nun das schöne Lokal wieder geschlossen ist.» Sie selbst hätten die ‹Mühle› von 1991 bis 2023 mit viel Herzblut und Engagement aufgebaut und über 30 Jahre erfolgreich geführt. «Um heute erfolgreich zu sein, braucht es nebst viel Erfahrung und Einsatz ein zeitgemässes Konzept und konstante Qualität.» Und weiter schreiben Zubers: «Wir würden uns wünschen, wieder ein fachkompetentes Wirtepaar für die ‹Mühle› zu finden.» Sie seien offen für Lösungsvorschläge, heisst es abschliessend. Katja Schlegel/RAN