Rücktritte, die schmerzen werden

Es wird immer schwieriger, junge Menschen für das Feuerwehrwesen zu begeistern. Umso schmerzhafter ist es, wenn engagierte, gut ausgebildete und hilfsbereite Leute zurücktreten. Roger Hofmann, der Kommandant der Feuerwehr Rued, weiss davon ein Lied zu singen.

Beförderungen und Jubiläen: Kommandant Roger Hofmann (rechts) überreichte jedem als Dankeschön eine entsprechend bedruckte Riesentoblerone.Bild: Frieda Steffen
Beförderungen und Jubiläen: Kommandant Roger Hofmann (rechts) überreichte jedem als Dankeschön eine entsprechend bedruckte Riesentoblerone.Bild: Frieda Steffen

Im Saal des Gasthofs zum Storchen fanden die Ruedertaler Feuerwehrleute zum Rückblick, Ausblick und einem feinen Nachtessen zusammen. Mit dabei waren Delegationen der Nachbarfeuerwehren sowie Gemeindevertreter der Gemeinden Schlossrued und Schmiedrued. Für Roger Hofmann als Feuerwehrkommandant habe sich im vergangenen Jahr alles recht gut eingespielt. Total waren 13 Ernstfalleinsätze zu bewältigen. Bei drei davon weilte der Kommandant in den Ferien, allerdings mit dem festen Wissen, dass er zu Hause gute Leute hat, die das problemlos schaffen.

Die Hauptübung anlässlich des Rüeblimärts war für viele Besucher ein Hit. Zum Ausblick gehörte die Beschaffung des neuen Schlauchwagens. Das Teil wird im Laufe des nächsten Jahres ausgeliefert.

Neurekrutierung ohne Erfolg

Ein besonderes Thema war die Neurekrutierung. Zwei Personen konnten bereits im laufenden Jahr für die Feuerwehr begeistert werden. Zudem wurden 150 Briefe mit der Einladung zur Neurekrutierung verschickt – Erfolg: null Besucher!

Marco Müller wurde zum Korporal und offiziell zum Gruppenführer befördert, und auch Simona Borghi darf sich über den Korporalsrang freuen. Fünf Mitglieder konnten ihr 5- und 10-Jahr-Jubiläum feiern. Fünf Austritte waren bereits während des Jahres zu verzeichnen. Diesen gegenüber machen sich die beiden Neueintritte höchst kläglich – die Feuerwehr Rued braucht dringend neue Mitglieder! Besonders schmerzlich sind die Austritte von Yvette und Daniel Gloor, Rudolf Tanner und Andreas Rohr.

Das perfekte Feuerwehrpaar

Yvette und Daniel Gloor haben über 20 Jahre Vortreffliches geleistet. Nach vier Jahren Atemschutzkarriere in der Feuerwehr Birrwil erfolgte infolge Umzugs 2005 der Eintritt in die Feuerwehr Schlossrued. 2008 wurde er zum Gruppenführer befördert, 2010 erfolgte die Ernennung zum Offizier im Rang Leutnant, 2012 wurde er Chef Atemschutz. In den Jahren 2012 bis 2014 wirkte er bei der Fusion der Feuerwehren Schlossrued und Schmiedrued massgeblich mit. 2017 wurde er zum Oberleutnant befördert.

Von 2011 bis 2013 war er Zugchef, gleichzeitig stellvertretender Materialwart, stellvertretender AS-Gerätewart, stellvertretender Chef Atemschutz und Kommissionsmitglied. Seit 2018 bis jetzt, zum Ende seiner Karriere, war er Fahrer Kategorie C1 118. 168 Einsätze hat er geleistet, und seit 2010 bis heute fuhr er 99 Prozent der Einsätze. Nicht zuletzt konnte auch sein Engagement für die Jugendfeuerwehr gewürdigt werden, die er mitbegründen half. Ab 2012 bis heute war er Hauptleiter. Er hat sogar zwei feuerwehrbegeisterte Söhne, die zum Teil bereits bei der Jugendfeuerwehr aktiv mitmachen. Er wird eine klaffende Lücke hinterlassen.

Eine grosse Hilfe war ihm in all den arbeitsintensiven Feuerwehrjahren seine Ehefrau Yvette. «Sie hat alle Schreibarbeiten für mich erledigt. Sie kennt die Tastatur auswendig, während ich jeden einzelnen Buchstaben suchen muss.» Daneben erledigte sie als Aktuarin weitere Schreibarbeiten für die Feuerwehr und entpuppte sich als Organisationstalent.

Rudolf Tanner trat 2001 in die Feuerwehr Schlossrued ein, wurde 2008 Gruppenführer, 2010 Leutnant und 2017 Oberleutnant. Er hatte verschiedene Funktionen inne, leistete 16 Einsätze und nahm an 333 Übungen teil. Andreas Rohr kam 2002 dazu, besuchte 2004 den Fachkurs Maschinisten, wurde 2007 zum Gefreiten befördert und war ab 2007 bis heute Fahrschulverantwortlicher. 57 Einsätze ist er gefahren und hat 285 Übungen besucht. Im Hintergrund hat er tatkräftig gearbeitet als Fahrzeugwart, und als Fahrschulverantwortlicher brauchte er eine Extraportion Nerven. Frieda Steffen