Schöftland-Nord und Reinach als Optionen

Für die künftige Werkstatt der Wynental- und Suhrentalbahn gibt es zwei neue mögliche Standorte: einen in Schöftland, einen in Reinach. Der Kanton Aargau hat beide Gebiete in den Richtplan aufgenommen. Für Schöftland könnte sich damit eine Chance für die weitere Entwicklung des Ortsteils Schöftland-Nord ergeben.

Ein Zug der Wynental- und Suhrentalbahn in der Werkstatt. Wegen des geplanten Angebotsausbaus und längerer Züge benötigt die WSB mittelfristig zusätzliche Werkstatt- und Abstellkapazitäten.Bild: WSB
Ein Zug der Wynental- und Suhrentalbahn in der Werkstatt. Wegen des geplanten Angebotsausbaus und längerer Züge benötigt die WSB mittelfristig zusätzliche Werkstatt- und Abstellkapazitäten.Bild: WSB

Wo die neue Werkstatt der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) dereinst entstehen soll, ist weiterhin offen. Klar ist jedoch: Der Kanton Aargau hat zwei mögliche Standorte als sogenannte Vororientierung in den kantonalen Richtplan aufgenommen. Dabei handelt es sich um das Gebiet «Uf em Feld» in Schöftland-Nord sowie um das Gebiet «Eien» in Reinach.

Hintergrund ist der geplante Angebotsausbau der WSB. Die Mobilitätsstrategie des Kantons Aargau geht bis 2035 von einer Zunahme des öffentlichen Verkehrs um rund 50 Prozent gegenüber 2015 aus. Um diesem Wachstum Rechnung zu tragen, sollen ab etwa 2030 längere Züge verkehren. Diese benötigen längere Unterhaltsgleise sowie zusätzliche Abstellflächen. Am heutigen Werkstattstandort im Zentrum von Schöftland sind die Platzverhältnisse dafür zu knapp, Ausbaumöglichkeiten bestehen kaum.

Nachdem eine kombinierte Depot- und Werkstattlösung am Linienende in Schöftland nicht realisiert werden konnte, hat die Aargau Verkehr AG (AVA) gemeinsam mit Bund und Kanton eine neue Standortevaluation durchgeführt. Das mehrstufige Verfahren führte schliesslich zu den beiden nun ausgeschiedenen Standorten.

«Kein überraschenderEntscheid für die Gemeinden»

Für die Gemeinde Schöftland kommt der Entscheid des Kantons nicht überraschend. «Wir wurden schon früh in die Planung mit einbezogen und hatten auch die Möglichkeit zur Stellungnahme», sagt Gemeinderat Daniel Wehrli, der im Ressort Bau und Planung tätig ist. Das im Richtplan ausgeschiedene Gebiet «Uf em Feld» befindet sich in Privatbesitz und liegt direkt gegenüber dem «Cinema8» im Ortsteil Schöftland-Nord und grenzt an die Gemeinde Hirschthal.

Mit dem Eintrag in den Richtplan sei noch kein Entscheid für einen Standort gefallen, betont der Kanton im Schreiben vom letzten Freitag. Vielmehr sollen mit der Vororientierung die betroffenen Interessen frühzeitig erkannt und aufeinander abgestimmt werden. Für eine spätere definitive Festsetzung wären vertiefte Planungsarbeiten und weitere Verfahren notwendig. «Die Gemeinderäte von Schöftland und Reinach sowie die zuständigen Planungsverbände unterstützen den Richtplaneintrag grundsätzlich», schreibt der Kanton weiter, «knüpfen ihn jedoch an Bedingungen für die nächsten Planungsschritte.»

Unabhängig von den Plänen der WSB möchte die Gemeinde Schöftland die Entwicklung von Schöftland-Nord aktiv weiterverfolgen. An der Einwohnergemeindeversammlung im Herbst 2025 bewilligte der Souverän einen Kredit von 58’000 Franken für einen Planungsauftrag mit dem Titel «Vorabklärungen Teilrevision Arbeits- und öffentliche Nutzungen».

«Würde die WSB-Werkstatt neu in Schöftland-Nord oder in Reinach zu stehen kommen, gäbe das der Gemeinde Schöftland die Möglichkeit, die Zentrumsentwicklung voranzutreiben», sagt Daniel Wehrli. Die Standortfrage der Werkstatt könne damit auch Impulse für die langfristige Ortsentwicklung liefern.RAN