Schutz des «Central» sorgt für Debatte

Die Holziker Gemeindeversammlung hat die Gesamtrevision der Nutzungsplanung deutlich angenommen. Im Zentrum der Diskussion stand jedoch nicht die Planung selbst, sondern die Zukunft des Restaurants Central, das einem Neubauprojekt weichen könnte.

An der Gemeindeversammlung setzten sich einige Stimmberechtigte für den Erhalt des Restaurants Central ein.Bild: Laura Koller
An der Gemeindeversammlung setzten sich einige Stimmberechtigte für den Erhalt des Restaurants Central ein.Bild: Laura Koller

Eigentlich ging es an der Gemeindeversammlung um die Gesamtrevision der Nutzungsplanung, an der während acht Jahren gearbeitet worden war. Diskutiert wurde jedoch vor allem über das Restaurant Central. Für das Areal liegt derzeit ein Baugesuch für zwei Neubauten mit Wohnungen, Gewerberäumen sowie einer Bäckerei mit Café vor. Das bestehende Restaurant müsste dafür abgebrochen werden.

Eine Petition zum Erhalt des «Central» hat bislang 411 Unterschriften gesammelt, darunter 47 aus Holziken. Gemeindeammann Jacqueline Hausmann machte jedoch deutlich, dass der Restaurantbetrieb nicht Gegenstand der Nutzungsplanung sei. Die Gemeinde könne weder einen Gastronomiebetrieb schützen noch einem privaten Eigentümer vorschreiben, wie er seine Liegenschaft zu nutzen habe.

Erhalt oder Entwicklung?

Mehrere Stimmberechtigte sprachen sich für den Erhalt des Gebäudes aus. Ein Votant bezeichnete das «Central» neben dem Schulhaus Dorf und dem Gemeindehaus als eines der wenigen identitätsstiftenden Bauwerke Holzikens. Er forderte deshalb, das Gebäude unter Schutz zu stellen. Seine Ausführungen wurden von der Versammlung mit Applaus aufgenommen.

Der Gemeinderat hielt dagegen fest, dass die kantonale Denkmalpflege das Gebäude bereits geprüft und nicht als schützenswert eingestuft habe. Eine Unterschutzstellung ohne ausreichende Grundlage könne rechtlich angefochten werden. Zudem setze der Gemeinderat auf den Dialog mit dem Investor. Dieser habe auf Anregungen der Gemeinde reagiert und in seinem Projekt unter anderem ein öffentlich zugängliches Café vorgesehen.

Auch SVP-Grossrätin Barbara Borer-Mathys bedauerte die mögliche Schliessung des traditionsreichen Restaurants. Gleichzeitig würdigte sie die Verhandlungen des Gemeinderats mit dem Investor und verwies auf den begrenzten Handlungsspielraum der Gemeinde.

Ein Rückweisungsantrag, der die alternative Schutzkonzeption aufheben und eine Unterschutzstellung des «Central» verlangen wollte, wurde deutlich verworfen. Anschliessend genehmigte die Versammlung die Gesamtrevision der Nutzungsplanung mit 91 Stimmen. Anwesend waren 118 der insgesamt 1099 Stimmberechtigten. Laura Koller/LA