Schwieriges Marktumfeld: Auto-Germann schliesst nach 94 Jahren
Die Auto-Germann AG stellt per Ende Juni ihren Garagenbetrieb ein. Für die 32 Mitarbeitenden läuft ein Konsultationsverfahren. Die Familie sieht für das klassische Autohandelsgeschäft keine Perspektive mehr.

Wer von Aarau her nach Hunzenschwil fährt, kennt den markanten Garagenbetrieb rechterhand. Seit 1932 ist die Auto-Germann AG dort ansässig – nun endet die Geschichte des Familienunternehmens. Ende Juni wird der Betrieb geschlossen.
Für die 32 Mitarbeitenden läuft derzeit ein Konsultationsverfahren bis zum 17. April. «Wir suchen gemeinsam mit den Mitarbeitenden nach Lösungen», sagt Geschäftsführer Patrick Germann.
Schwieriges Marktumfeld
Die Gründe für den Entscheid liegen in der Entwicklung der Branche. «Das Geschäft ist in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden», so Germann. Das Verkaufsvolumen sei gesunken, gleichzeitig nähmen Elektroautos zu, die weniger Wartung benötigen. Hinzu kommen Fachkräftemangel und steigender administrativer Aufwand.
«Als KMU zwischen kleiner Dorfgarage und Importeur ist es heute fast unmöglich, wirtschaftlich zu bestehen», sagt Germann. Der Glaube an das Modell des Markenhändlers sei nicht mehr vorhanden.
Familienentscheid mit Gewicht
Vier Generationen führten den Betrieb. Neben Patrick Germann ist auch sein Vater Rolf in der Geschäftsleitung tätig, Sohn Joël arbeitet ebenfalls imUnternehmen. Der Entscheid sei der Familie schwergefallen: «Wir mussten die Situation nüchtern wirtschaftlich beurteilen.» Die Garage war nicht nur als Verkaufs- und Servicebetrieb bekannt, sondern auch als Sponsor des FC Aarau.
Neuausrichtung am Standort
Bis Ende Juni bleibt der Betrieb geöffnet. Die Auto-Germann AG will sich danach strategisch neu ausrichten. Die finanziellen Verpflichtungen können laut Geschäftsleitung erfüllt werden.
Der Standort in Hunzenschwil bleibt genutzt: Ab 1. September zieht mit «Auto Discount Aargau» ein neues Unternehmen ein, das sich auf den Fahrzeughandel konzentriert. Auch die zur Firma gehörende Socar-Tankstelle bleibt bestehen. Leandra Sommaruga/LA