Tobias Widmer steht vor dem Comeback

Noch im Mai 2024 zog Tobias Widmer die Notbremse. Rückenprobleme, mehrere Operationen und die ständige Unsicherheit brachten den Kölliker Eidgenossen an den Rand des Rücktritts. «Ich war ehrlich gesagt kurz vor dem Aufgeben», sagt der 29-Jährige rückblickend. Sein Arzt stellte sogar eine Versteifung von zwei Wirbeln in Aussicht – verbunden mit der klaren Ansage, dass Schwingen wohl kein Thema mehr sei.
Widmer entschied sich für einen letzten Versuch: eine weitere Operation, intensiver Aufbau, viel Geduld. Der Wendepunkt kam überraschend schnell. «Es ging von Woche zu Woche besser – viel schneller als zuvor.» Statt Schonung setzte er auf aktive Rehabilitation.
Eine Schlüsselrolle spielte Athletiktrainer Marco Schiavone in Safenwil. Gemeinsam entwickelten sie einen flexiblen Trainingsplan, der Belastung und Regeneration sorgfältig abstimmt. «Früher wollte ich schnell zu viel. Heute ist es professioneller und reifer», sagt Widmer. Das Vertrauen in den eigenen Körper sei zurückgekehrt.
Ende März will er beim Hallenschwinget in Lenzburg sein Comeback geben. Sein Ziel ist bescheiden – und doch gross: eine Saison ohne Rückschläge. «Ich will die Feste bestreiten, die ich mir vorgenommen habe.» Und sollte er 2026 einen Kranz gewinnen, ist klar, wem er gehört: «Den Menschen, die mich auf diesem Weg unterstützt haben.» KU/LA