Tour d’Argovie durch alle Gemeinden

Als Grossratspräsident hat SVP-Politiker Markus Gabriel im vergangenen Jahr alle 197 Aargauer Gemeinden besucht, hunderte Termine wahrgenommen und den Grossen Rat geleitet. Zum Abschluss seines Präsidialjahrs blickt der Uerkner auf prägende Begegnungen, politische Erfahrungen und persönliche Höhepunkte zurück.

Markus Gabriel anlässlich seiner letzten Grossratssitzung als Präsident.Bild: Sandra Ardizzone

Markus Gabriel anlässlich seiner letzten Grossratssitzung als Präsident.Bild: Sandra Ardizzone

Als Abschiedsgeschenk erhielt Markus Gabriel ein Bild des gesamten Rates vor dem Grossratsgebäude.Bild: ZVG

Als Abschiedsgeschenk erhielt Markus Gabriel ein Bild des gesamten Rates vor dem Grossratsgebäude.Bild: ZVG

Das Präsidialjahr von Markus Gabriel war geprägt von vielen Begegnungen. Mit seiner «Tour d’Argovie» besuchte er sämtliche 197 Gemeinden des Kantons. Eine Pinnwand mit Kantonskarte, ein Geschenk seiner Vorgängerin Mirjam Kosch, diente ihm dabei als visuelle Motivation. Ob Dorffeste, Konzerte, Theaterabende oder politische Anlässe – Gabriel nahm zahlreiche Einladungen an, oft begleitet von seiner Ehefrau Ursula. Die letzte Gemeinde auf seiner Liste war Hausen, zuvor war er Gast am Weihnachtsmarkt auf Schloss Biberstein.

Vor Bussen nicht verschont

Der Aargau zeigte sich ihm von vielen Seiten. Besonders angetan war Gabriel von Spaziergängen im Reusstal, am Rhein oder vom Blick in die Alpen. Unterschiede zwischen den Gemeinden wurden ebenfalls sichtbar: Während manche florieren, fehlt andernorts das Geld für notwendige Renovationen öffentlicher Bauten. Als Grossratspräsident leitete Gabriel die Sitzungen umsichtig, ohne je einen Stichentscheid fällen zu müssen. Das war für ihn Fluch und Segen zugleich, da seine Haltung etwa zur erneuerbaren Energie nicht immer mit der Mehrheit seiner Fraktion übereinstimmt. Überraschend war für ihn die viertägige Budgetdebatte – zeitweise stand sogar eine Sitzungsabsage im Raum. Positiv wertet er die intensive Debatte und die beschlossene Steuerfusssenkung, der er Signalwirkung zuschreibt.

Auf seinen Fahrten durch den Kanton kassierte Gabriel auch mehrere Bussen wegen Tempoüberschreitungen – mit Humor sagt er, er habe damit «drei Regionalpolizeien unterstützt». Einen Chauffeur nutzte er nur selten, ausser nach gesellschaftlichen Anlässen.

Respektvolle Kultur und persönlicher Abschluss

Gabriel besuchte gegen 200 Veranstaltungen und legte grossen Wert auf das Verbindende über Parteigrenzen hinweg. Besonders schätzt er die respektvolle Kultur im Grossen Rat. Der Blick hinter die Kulissen der Verwaltung relativierte für ihn die SVP-Kritik an zu viel Personal – insbesondere der Parlamentsdienst leiste hervorragende Arbeit. Ein emotionaler Höhepunkt war die letzte Sitzung, die seine 87-jährigen Eltern dank neuem Lift live verfolgen konnten. Nun freut sich Markus Gabriel auf mehr Zeit für die Familie – und auf die nächste Reise nach London.

Claudia Meier/LA