Vor 200 Jahren ging in Biberstein der «Rote Hahn» um

Vor 200 Jahren kam in Biberstein das Feuerhorn zum Einsatz.

Vor 200 Jahren kam in Biberstein das Feuerhorn zum Einsatz.

Die eng ineinander geschachtelten Häuser im Dorfzentrum von Biberstein. Ausschnitt aus einem vor 1810 entstandenen kolorierten Stich von Johann Jakob Aschmann.Bilder: zvg

Die eng ineinander geschachtelten Häuser im Dorfzentrum von Biberstein. Ausschnitt aus einem vor 1810 entstandenen kolorierten Stich von Johann Jakob Aschmann.Bilder: zvg

In Biberstein wütete am 31. Mai 1826 ein verheerender Grossbrand. Er zerstörte die ganze Häuserzeile zwischen dem unteren und oberen Dorfplatz und erfasste auch noch einzelne benachbarte Bauernhäuser an der Eichgasse. Ein älterer Kupferstich zeigt die 1826 vollständig zerstörte Häuserzeile links des Schlosses, halb verdeckt durch eine Häuserzeile, die 1845 ebenfalls verbrannte. Etwa die Hälfte der Häuser war 1826 noch mit Stroh gedeckt gewesen. Sie brannten lichterloh, obschon Mauern und Gewölbekeller massiv waren und teilweise der Zerstörung entgingen.

Aus feuerpolizeilichen Gründen durften allerdings nicht alle 19 betroffenen Gebäude wieder im Dorfzentrum aufgebaut werden. Für etwa zwölf Neubauten stellte der Staat drei zusätzliche Areale zur Verfügung. Von diesem Wiederaufbau mittels Aussiedlung zeugen heute etliche 200 Jahre alte Häuser entlang der Aarauerstrasse, an der Kirchbergstrasse und gegen den Plattenrain hin. An den mittlerweile umgebauten Gebäuden sind oftmals noch Tenntor, Stalltüre und -fenster erkennbar. Ursprünglich war meistens eine Wohnung im Erdgeschoss und eine zweite Wohnung im Obergeschoss eingerichtet. In einigen Fällen waren sogar vier Wohnungen samt Scheune unten dem langen First vereint.

Es sind historisch wertvolle Bauernhäuser, Zeitzeugen der damaligen Bautechnik und Lebensweise. In diesem Sinn hat der Dorfbrand trotz aller Schäden sogar eine aussergewöhnliche und umfassende Dokumentation bewirkt.

Kurt Graf