Warum kein Esel als Beistellpferd?

Pro Schöftland organisierte einen Leseabend mit Blanca Imboden. Sowohl die Organisatoren als auch die Schriftstellerin waren überwältigt vom grossen Publikumsaufmarsch. Alle wollten teilhaben am erfrischenden «satirischen Wasserfall» aus dem Mund einer «glücklich alleinstehenden Frau».

Evi Freiburghaus (rechts) überreichte der Buchautorin Blanca Imboden im Namen von Pro Schöftland ein Andenken an den von May-Saal.Bild: Frieda Steffen
Evi Freiburghaus (rechts) überreichte der Buchautorin Blanca Imboden im Namen von Pro Schöftland ein Andenken an den von May-Saal.Bild: Frieda Steffen

Der Tierschutz verlangt, dass Pferde nicht als Einzelindividuen gehalten werden dürfen. Sie sollen ein «Beistellpferd» erhalten, das nicht unbedingt ein Pferd, sondern zum Beispiel ein Esel oder auch Ziegen sein können. «Für die alleinstehenden und oft vereinsamten Menschen gibt es keine Menschenschutzorganisation», so Blanca Imboden. Andererseits sei sie froh, dass sie, als alleinlebender Mensch, keinen Beistellmenschen zugeteilt erhält, der sich schliesslich auch als Esel entpuppen könnte.

Evi Freiburghaus begrüsste die erfreulich grosse Zuhörerschar und stellte Blanca Imboden kurz vor. Als Kind wollte sie Sängerin, Journalistin und Schriftstellerin werden – und sie ist alles geworden, und noch viel mehr. Während 15 Jahren trat sie, zuerst als Lead-Sängerin verschiedener Tanzgruppen, später zusammen mit ihrem langjährigen Partner am Klavier als stimmungsvolle Soulsängerin auf. Danach war sie als Journalistin tätig. Den «beruflichen Aufstieg auf 800 Meter» schaffte sie in den Jahren 2014/2015 am Stoos, als Mitarbeiterin an der Seilbahn Morschach-Stoos. 1997 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, letzte Woche kam das 24. in die Buchläden.

Blanca Imboden geht immer für ein paar Wochen an den «Tatort», dorthin wo ihr künftiges Buch handeln wird. Für «Blumen schenke ich mir selber» lebte sie während vier Wochen in Engelberg. In Ibach, am Mythen, geboren, aufgewachsen und heute wieder dort lebend, liebt sie die Berge, und so fühlte sie sich in Engelberg pudelwohl. Zwei Wochen lebte sie im Kloster, zwei weitere Wochen war sie Gast im «Kempinski Palace». «Ich liebe es, in Luxushotels zu leben, die ich mir als Privatperson gar nicht leisten kann.»

Das Buch handelt von einer Frau, die es geschafft hat, allein glücklich zu leben. Heute meint sie dazu: «Dieses Buch hat mich selbst therapiert.» Ihr Partner in der Musik und im Leben, Hans Gotthardt, starb 2018, und sie arbeitet daran, sich trotz Alleinseins glücklich zu fühlen.

Eigentlich sprach sie kaum über ihr Buch, «das könnt ihr ja alles selber lesen». Ihre «Plauderei» über ihr Leben und ihre Erlebnisse hörte sich an wie ein erfrischender «satirischer Wasserfall» und rief viel Gelächter und Applaus mittendrin hervor. Sie hat die tolle Gabe, skurrile Begebenheiten im Alltag als solche zu erkennen und daraus eine Geschichte zu «zimmern». Mit ihrer Erzählkunst hat sie im Nu einen ganzen Saal voll Zuhörer «in ihrer Tasche». Frieda Steffen