Wasserkraftwerk Aarau: Ergänzte Unterlagen liegen öffentlich auf

Die Eniwa hat das Projekt zur Erneuerung des Wasserkraftwerks Aarau nochmals überprüft. Die ergänzten Unterlagen liegen seit Montag öffentlich auf. Das Energieunternehmen hält an der 2021 eingereichten Variante fest.

So soll das erneuerte Kraftwerk Aarau mit dem neuen Unterwassersteg dereinst aussehen. Visualisierung: ZVG
So soll das erneuerte Kraftwerk Aarau mit dem neuen Unterwassersteg dereinst aussehen. Visualisierung: ZVG

Die Pläne für die Erneuerung des Wasserkraftwerks Aarau gehen in die nächste Runde. Bis am 22. September liegen ergänzte Unterlagen zum Projekt «Optimierung Wasserkraftwerk Aarau» öffentlich auf. Die Ergänzungen waren vom Aargauer Verwaltungsgericht verlangt worden.

Dafür seien zahlreiche Varianten erneut geprüft worden, wie die Eniwa in ihrer Mitteilung schreibt. Das Unternehmen kommt zum Schluss, dass das Projekt von 2021 hinsichtlich Stromproduktion, Hochwasserschutz, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit weiterhin die beste Lösung sei.

Mehr Strom aus der Aare

Mit der Erneuerung soll das Kraftwerk über das gesamte Jahr mehr als 20 Prozent zusätzlichen Strom produzieren. Rund die Hälfte der Energieproduktion entfällt laut Eniwa auf das Winterhalbjahr.

Untersucht wurden unter anderem Varianten mit einem vollständigen oder teilweisen Erhalt des Mitteldamms. Bewertet wurden Umwelt, Energieproduktion, Ortsbildschutz und Wirtschaftlichkeit. Varianten mit Erhalt des Damms schneiden laut Eniwa schlechter ab.

Sie würden teilweise zusätzliche Landflächen beanspruchen und stärkere Eingriffe ins Grundwasser, in Fruchtfolgeflächen oder bestehende Infrastruktur erfordern.

Auch der Umweltverträglichkeitsbericht wurde aktualisiert. Eingeflossen sind unter anderem bereits realisierte Teilprojekte wie das Umgehungsgewässer Schönenwerd, die Verbreiterung des Fuss- und Velowegs über die Wehrbrücke und das Dotierkraftwerk.

Schutz vor Hochwasser

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Hochwasserschutz im Aarauer Schachen. Wie wichtig dieser sei, hätten die vergangenen Jahre gezeigt, wie die Eniwa in ihrer Mitteilung schreibt. 2021 kam es während des Baus des Dotierkraftwerks an 55 Tagen zu einem Wehrüberfall. In der Spitze führte die Aare rund 1100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde.

Das neue Kraftwerk soll mit speziellen Wehrklappen ausgerüstet werden. Damit soll Aarau entlang der Konzessionsstrecke künftig bei Abflüssen von bis zu 1700 Kubikmetern pro Sekunde und damit auch vor einem tausendjährlichen Hochwasser geschützt sein.

53 Massnahmen für die Umwelt

Zum Projekt gehören 53 Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen. Erste wurden bereits umgesetzt. Neben ökologischen Aufwertungen sind Verbesserungen für den Naherholungsraum vorgesehen. Dazu gehören Toiletten und Duschen, Ein- und Ausstiegshilfen für Schwimmer, Spielplätze und ein Kiosk.

Entscheid innert Jahresfrist erwartet

Eniwa rechnet innerhalb eines Jahres mit einem Entscheid des Aargauer Regierungsrats. Das Verfahren im Kanton Solothurn ist derzeit sistiert. Beide Konzessionskantone haben dem Projekt bereits zugestimmt, ebenso die zuständigen Bundesämter für Energie und Umwelt. Die Konzession für das Kraftwerk läuft bis 2093. PD/LA