Wenn Bus und Bahn kollidieren – 450 Kräfte proben Ernstfall
Ein spektakulärer Unfall mitten in Aarau sorgt für Aufsehen – doch statt eines echten Unglücks steckt eine gross angelegte Übung dahinter. Rund 450 Einsatzkräfte trainierten am Samstag den Umgang mit einem schweren Verkehrsunfall und zahlreichen Verletzten.
Was auf den ersten Blick wie ein dramatisches Unglück wirkte, war minutiös geplant: Bei der Übung «U Traktion» kollidierten ein Bus und ein Zug, kippten um und wurden anschliessend von einem Auto erfasst. Verletzte schrien um Hilfe, Rauch stieg auf – ein Szenario, das den Einsatzkräften alles abverlangte.
Am Samstag, 25. April, probte der Aargauer Bevölkerungsschutz im Raum Aarau/Buchs den Ernstfall. Ziel war es, ein komplexes Ereignis im öffentlichen Verkehr möglichst realistisch nachzustellen. Solche Lagen gelten als besonders anspruchsvoll, da viele Organisationen gleichzeitig gefordert sind.
Rettung, Versorgung und Betreuung
Im Zentrum stand die Rettung der verunfallten Personen. Feuerwehren aus Aarau, Buchs und Wohlen arbeiteten eng zusammen, um Eingeklemmte zu befreien. Insgesamt neun Rettungsdienste versorgten die Verletzten, während sich ein Care-Team um unverletzte, aber betroffene Personen kümmerte.
Die Kantonspolizei Aargau übernahm die Einsatzleitung und koordinierte die zahlreichen Kräfte vor Ort. Auch die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie der Aargau Verkehr AG, der Eniwa AG oder der Alpine Air Ambulance wurde geübt. Insgesamt waren neben 450 Einsatzkräften auch 80 Fahrzeuge und 70 Figuranten im Einsatz.
Koordination im Fokus
Neben der akuten Rettung ging es vor allem um die Abläufe im Hintergrund: Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt. Am Nachmittag wurden zudem kriminaltechnische Arbeiten trainiert.
Übungsleiter André Vossebein zog eine erste positive Bilanz: Die Einsatzkräfte hätten ein äusserst komplexes Szenario bewältigt. Nun gehe es darum, die Erkenntnisse auszuwerten und Verbesserungspotenzial zu erkennen.
Die Übung hatte auch Auswirkungen auf den Verkehr: Teile der Industriestrasse zwischen Aarau und Buchs waren bereits ab Freitagabend gesperrt. Die Einschränkungen dauerten bis in die Nacht auf Sonntag an.
Für die Verantwortlichen ist klar: Solche Übungen sind entscheidend, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt – und aus Chaos möglichst schnell wieder Ordnung wird. AG/Ran







