Werner Siegrist: Der Mann für alle Fälle geht in Pension

Während mehr als drei Jahrzehnten sorgte Werner Siegrist dafür, dass in Uerkheim Wasser floss, Anlagen funktionierten und Probleme rasch gelöst wurden. Am Freitag trat der langjährige Brunnenmeister und Hauswart der Gemeinde in den Ruhestand – und hinterlässt grosse Fussstapfen.

Jahrelang ein gutes Team: Werner Siegrist beschenkte zu seinem Abschied die beiden Gemeindeschreiber-Stellvertreterinnen Larissa Schweizer (links) und Nadja Wälti mit Blumen.
Jahrelang ein gutes Team: Werner Siegrist beschenkte zu seinem Abschied die beiden Gemeindeschreiber-Stellvertreterinnen Larissa Schweizer (links) und Nadja Wälti mit Blumen.

Wenn in Uerkheim irgendwo ein Problem auftauchte, war Werner Siegrist meist der Erste, der davon erfuhr – und oft auch der Erste, der es löste. Seit seinem Stellenantritt am 1. Mai 1993 stand der langjährige Hauswart und Brunnenmeister im Dienst der Gemeinde. Nun geht der gelernte Carrosserie-Spengler in Pension und wurde am Freitag auf seinen Wunsch im kleinen Kreis verabschiedet.

Während 33 Jahren prägte Siegrist die Infrastruktur der Gemeinde entscheidend mit. Als Brunnenmeister betreute er rund 100 Hydranten, 300 Schieber, drei Reservoirs sowie elf gemeindeeigene Quellen. Rund 400 Abon-nenten versorgte er mit Quellwasser – zuverlässig, umsichtig und mit einem Verantwortungsbewusstsein, das weit über das übliche Mass hinausging.

Immer erreichbar

Besonders geschätzt wurde seine pragmatische Art. Ob frühmorgens, spätabends oder an Feiertagen: Werner Siegrist war erreichbar, wenn es ihn brauchte. «Wenn Werner schaute, dann funktionierte es», sagte Gemeindepräsident Herbert Räbmatter anlässlich der Verabschiedung im Restaurant Seehafen. Gerade weil vieles im Hintergrund geschah, sei seine Arbeit oft als selbstverständlich wahrgenommen worden. «Doch genau das ist die grösste Qualität guter Arbeit: Dass sie Tag für Tag zuverlässig funktioniert.»

In seiner langen Amtszeit setzte Werner Siegrist zahlreiche Projekte um. So leitete er 2009 die Erneuerung einer beinahe 100-jährigen Brunnenstube beim Reservoir Steinenwald – ein aussergewöhnliches Vorhaben, bei dem ein Super-Puma-Helikopter Material ins steile Gelände transportierte. Auch der neue Dorfbrunnen, der 2020 mit Unterstützung von Sponsoren entstand, trägt seine Handschrift.

Neben seinem Fachwissen war es vor allem seine Bodenständigkeit, die ihn auszeichnete. «Während andere noch diskutierten, hatte Werner oft bereits eine funktionierende Lösung gefunden», würdigte Räbmatter seinen langjährigen Mitarbeiter. Dass Siegrist bis heute keine E-Mail-Adresse besitzt, sorgte dabei immer wieder für Schmunzeln – schadete seiner Effizienz allerdings nie.

Wissen weitergegeben

Aus gesundheitlichen Gründen trat Siegrist ab April 2025 schrittweise kürzer. Sein verbleibendes Pensum nutzte er vor allem dazu, sein grosses Wissen an seinen Nachfolger Samuel Omlin weiterzugeben, der seit 1. Juni die operative Verantwortung übernimmt.

Mit Werner Siegrist verliert Uerkheim nicht nur einen langjährigen Mitarbeiter, sondern auch eine prägende Persönlichkeit. Oder wie Herbert Räbmatter sagte: «Uerkheim sagt heute nicht einfach Auf Wiedersehen – Uerkheim sagt vor allem Danke.»

Die offizielle Verabschiedung von Werner Siegrist findet anlässlich der Gmeind vom 12. Juni statt. RAN