«Zu teuer und ohne nachhaltige Wirkung»
Ein Komitee «VERAS NEIN» stellt sich gegen das Strassenprojekt in Suhr. An einer Medienkonferenz in der Bärenmatte kritisierten Gegner das Vorhaben als überdimensioniert, teuer und verkehrspolitisch überholt.

Trotz der hohen Investitionen von 384 Millionen Franken zweifeln die Gegner an der Wirkung: Auch künftig würden täglich rund 13’000 Fahrzeuge durch Suhr fahren. Eine echte Entlastung der Dorfzentren bleibe damit aus. In Gränichen könnte der Verkehr gemäss Prognosen sogar zunehmen.
Für viele bringe das Projekt kaum Verbesserungen, etwa bei Lärm, Sicherheit oder Aufenthaltsqualität. «Suhr bleibt ein Durchfahrtsort», sagte VCS-Geschäftsführer Yves Gärtner.
Mehr Verkehr statt Lösungen
Das Komitee kritisiert insbesondere die verkehrspolitische Ausrichtung. VERAS setze einseitig auf den Ausbau von Strassen und fördere damit zusätzlichen Autoverkehr. Gerade im Raum Suhr handle es sich häufig um kurze Wege, die auch mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt werden könnten.
«Die Zukunft liegt nicht in neuen Strassen, sondern in nachhaltiger Mobilität», sagte Grünen-Nationalrätin Irène Kählin. SP-Grossrätin Lelia Hunziker brachte es auf den Punkt: «Neue Strassen schaffen neuen Verkehr.» Zudem drohe im Wynen- und Suhrental eine verstärkte Zersiedelung.
Alternative: Bahn und Velo stärken
Stattdessen fordert das Komitee Investitionen in nachhaltige Mobilität. Genannt werden der Ausbau der Wynentalbahn, dichtere Fahrpläne sowie bessere Veloverbindungen. Auch Temporeduktionen und attraktivere Ortszentren seien nötig. Kritisch sehen die Gegner auch die stark gestiegenen Kosten: Ursprünglich mit rund 207 Millionen Franken veranschlagt, liegt das Projekt heute bei 384 Millionen – ein Plus von 85 Prozent. PD/LA