Zwei Freunde und ein sportliches Ziel

261 Kilometer, rund 18’0000 Höhenmeter, vier Tage unterwegs und nur wenige Stunden Schlaf prägen den Eiger Ultra Trail E250 – eine Herausforderung par excellence für zwei Suhrentaler.

Der «Bärgevent» 2025 in Reitnau über 333 km war die längste gemeinsame Radtour.

Der «Bärgevent» 2025 in Reitnau über 333 km war die längste gemeinsame Radtour.

Fabian Hauri und Lukas Morgenthaler bringen sich beim Eiger Ultratrail E101 über 102 km im Juli 2025 in Form.

Fabian Hauri und Lukas Morgenthaler bringen sich beim Eiger Ultratrail E101 über 102 km im Juli 2025 in Form.

261 Kilometer, rund 18’0000 Höhenmeter und vier Tage unterwegs.Bilder: ZVG

261 Kilometer, rund 18’0000 Höhenmeter und vier Tage unterwegs.Bilder: ZVG

Es klingt unvorstellbar: Am 15. Juli stehen Fabian Hauri aus Kirchleerau und der Reitnauer Lukas Morgenthaler am Start der Königsdistanz des legendären Eiger Ultra Trails. Der UNESCO-Trail führt rund um die imposante Jungfrau-Aletsch-Region und gilt als eine der anspruchsvollsten Trailrunning-Herausforderungen Europas. 75 Zweier- und Dreierteams erhalten nach harten Qualifikationsrunden gemäss UTMB-Kriterien (Ultra-Trail du Mont-Blanc) einen begehrten Startplatz. Die Leidenschaft nach immer grösseren Herausforderungen im Ausdauersport entwickelte sich über mehrere Jahre in sportlichen Etappen – bereits aus der Primarschulzeit kennen sich die beiden Ausdauersportler. Neben dem Wettkampf ist ihre Geschichte auch eine von Freundschaft, Vertrauen und Mut, um die eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren. Ob laufend oder auf dem Rennvelo, die Heimatregion als vertrautes Trainingsgebiet verhalf den Beiden zum Teamnamen «Suhrenthaler».

Vorbereitung

Zwei unterschiedliche Charaktere ergänzen sich zu einem leistungsfähi-gen Duo. Die Rollenverteilung ist der Schlüssel zum Erfolg: Lukas Morgenthaler hat die Visionen, Fabian Hauri macht die Planung. Die strukturierten Trainingseinheiten, die Morgenthaler gemeinsam mit seiner Frau und Physiotherapeutin Helen bei «Pure Motion Fitness- und Physiotherapie» im Detail ausarbeitete, umfasst zwei Kraft- und Stabilisationstrainings pro Woche im «Fitness & Physio Da Silva» sowie drei Ausdauereinheiten. Zehn bis zwölf Trainingsstunden pro Woche kommen zusammen. Bis heute investierte das Team über 400 Stunden in Training, Organisation und Vorbereitung. Neben Trainingseinheiten sind Wettkämpfe wie der Aare Trail über 50 Kilometer und rund 1900 Höhenmeter zur Vorbereitung sowie das Erkunden von Originalabschnitten der Eiger-Strecke das Mass aller Dinge. Ohne ein leistungsfähiges Team im «Background» ist ein solches Abenteuer kaum machbar. Sechs Personen zählt die Betreuungscrew der «Suhrenthaler», darunter Partnerinnen, Freunde und Verwandte.

«Life Bases» dienen dem Wechsel der Wettkampfbekleidung, der Materialvorbereitung und der Verpflegungsorganisation, der Behandlung von Verletzungen sowie dem Einhalten kurzer Schlafpausen. Die richtige Ernährung kann entscheidend sein, kontinuierlich ist dem Körper Energie zuzuführen. Für die erste Rennhälfte weist der Ernährungsplan 70 bis 80 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aus. Während rund 75 Stunden werden die beiden etwa 4,8 Kilogramm Kohlenhydrate beziehungsweise 20’000 Kilokalorien zu sich nehmen. Ihr Körper jedoch verbraucht schätzungsweise über 60’000 Kilokalorien. Den grössten Teil der Energie holt der Körper deshalb aus seinen Fettreserven. Dem Schlafdefizit wirken die Beiden mit ausgiebigen Schlafzyklen bereits Tage im Voraus entgegen. Die Pflichtausrüstung umfasst eine auf der gesamten Strecke zutragende Weste mit GPS-Tracker, Mobiltelefon, Stirnlampen plus Verpflegung. Auch Regenschutz, warme Kleidung, Mütze oder Stirnband sowie ein Erste-Hilfe-Set sind obligatorisch.

Gesetzte Ziele

Das Zeitlimit von 95 Stunden ist an den vier Wettkampftagen mit drei Nächten unbedingt einzuhalten. Ziel des Suhrentaler Teams ist, die 261 Kilometer mit rund 18’000 Höhenmetern in 75 Stunden zu bewältigen und sich nach Überschreiten der Ziellinie am 19. Juli glücklich und wohlbehalten in den Armen zu liegen. «Wir wollen unsere persönlichen Grenzen verschieben und aufzeigen, was mit Leidenschaft, Disziplin und mentaler Stärke als Hobbysportler möglich ist.» Ob ihr Leitsatz zur Motivation beitrug, wird sich bald herausstellen. Alfred Weigel/ ZVG