Zwischen «Aarautoradio» und «Wilibergführer»
Ein aufmerksamer Leser des «Landanzeigers» hat im Güterbahnhof einen gelben Post-Container mit der Aufschrift «Aarautoradio» entdeckt. Die Redaktion nahm dies zum Anlass, selbst kreativ zu werden – und für alle 29 Gemeinden der Region eigene Wortspiele zu erfinden.

Wer durch die Schweiz reist, begegnet ihnen immer wieder: den gelben Containern der Post mit ungewöhnlichen Aufschriften. «Aarautoradio» ist eines dieser sogenannten «Portmanteau»-Wörter – eine Verschmelzung aus Ortsnamen und Alltagsbegriffen. Entwickelt wurde die Kampagne von der Werbeagentur Jung von Matt/Limmat. Ihre Idee: Die Präsenz der Post im ganzen Land auf spielerische Weise sichtbar machen. Der Slogan «Alles schnell nach überall» wird so wortwörtlich umgesetzt.
Die Container sind auf Lastwagen und Güterzügen unterwegs und verbinden Orte mit Gegenständen, die transportiert werden könnten. Klassiker wie «Zürichreissverschluss» oder «Thunfisch» sind längst Kult. Besonders «Aarautoradio» gilt als eines der frühen und häufig gesehenen Sujets – nicht zuletzt wegen der zentralen Lage Aaraus im Bahnnetz.
Tausende Ideen
Zwischenzeitlich rief die Post sogar zu einem Wettbewerb auf: Über 7000 Wortkreationen wurden eingereicht. Die Bevölkerung zeigte dabei eindrücklich, wie kreativ sich Ortsnamen kombinieren lassen. Auch aus dem Aargau stammen zahlreiche Vorschläge.
Die «Landanzeiger»-Redaktion hat sich ebenfalls Gedanken gemacht und alle 29 Gemeinden der Region in Wortspiele verpackt. So entstanden etwa «Asphalt» (Asp), «Bibersteinschleuder», «Bottenwilhelmtell», «Buchstabensuppe», «Densbürennmaschine» oder «Erlinsbachforelle». Weiter folgen «Gränichenergieriegel», «Hirschthalg», «Holzikensperre», «Köllikennzeichen» und «Küttigenerator».
Auch die Leerauer Gemeinden liefern kreative Kombinationen wie «Kirchleeraubüberfall» und «Moosleerausverkauf». Ergänzt wird die Liste durch «Muhentenbraten», «Oberentfeldenkreis», «Reitnausweis» und «Safenwillkommensgruss». Nicht fehlen dürfen «Schlossruederboot» und «Schmied-ruedelstein» sowie «Schöftlandstreicher» und «Staffelbachstelze».
Den Abschluss bilden «Suhrahm», «Teufenthalbmond», «Uerkheimtrainer», «Unterentfeld(en)stecher», «Wilibergführer» und «Wittwildleder». Bei einigen Gemeinden gab es gleich mehrere Varianten.
Mehr als nur ein Blickfang
Die Wortspiele sind weit mehr als ein Gag: Sie transportieren die Botschaft, dass die Post jeden Ort erreicht – egal wie klein er ist. Gleichzeitig schaffen sie Identifikation und Gesprächsstoff. Der Hinweis des «Landanzeiger»-Lesers zeigt: Selbst nach über zehn Jahren haben die gelben Container und ihre Ort- und Wortspiele nichts von ihrer Faszination verloren. RAN