Zwischen Jodelklängen und alten Schulstreichen
Der Heimatabend des Jodlerklubs Safenwil-Walterswil unter dem Titel «Mi Jugendzyt» versprach Spektakel an zwei Abenden. Die Gäste in der Mehrzweckhalle Walterswil waren alles andere als enttäuscht.
Unter dem Motto «Mi Jugendzyt» präsentierte der Jodlerklub Safenwil-Walterswil sein diesjähriges Singspiel aus der Feder von Hans (Housi) Uehlinger – wer sonst hätte es schreiben sollen? Unter der musikalischen Leitung von Ernst Lässer und der Alphorngruppe «Forehoger» erlebten die Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Vor Beginn, nach der Pause und dem offiziellen Programmende spielte das Schwyzerörgeliquartett Tossenklänge aus Entlebuch zum Tanz auf.
Am ersten Abend lockte das Schätzspiel: Die Anzahl der Legosteine in einem Plastiksack unter dem Basketballnetz auf der linken Bühnenseite hängend musste erraten werden. Präsident Markus Zihlmann sprach von einem «Böndu», einem Lego-Bündel also. 1417 waren drin, der Gewinner, der der Zahl am nächsten kam, nahm einen Geschenkkorb mit nach Hause.
Zwist in Holzschulbänken
«Der Jodelauftakt zusammen mit dem Schlagzeugerduo Jannis und Levio Uehlinger gestaltete sich als die Herausforderung des Heimatabends», so Dirigent Ernst Lässer zu «Däheim» von Franz Stadelmann. Der rote Faden war zweifellos die Geschichte von vier Personen, die sich an ihre Jugendzeit erinnerten. Als Höhepunkt endete ein Klassentreffen im ehemaligen Schulzimmer, zusammen mit der inzwischen ergrauten Handarbeits- und Kochlehrerin Rothenbühler (Rosmarie Bachmann). Der Pöstler Stefan (Stefan Müller), der Maurer Franco mit italienischen Wurzeln, Bauer Bruno (Bruno Müller) und Hausfrau Lisi (Lisbeth Hänsli) sahen sich plötzlich wiedervereint in damals üblichen Holzschulbänken wieder, nicht ohne den einen oder anderen Zwist auszutragen.
Fast hätte die Lehrerin das Treffen verpasst, der Pöstler hatte offensichtlich die Zustellung der Einladung verschlampt. Maurer Franco erfand offensichtlich die Arbeit nicht. Von «Schaffen, Schaffen» sprach er unentwegt. Streiche wie das Zerschlagen von Fensterscheiben und Blumenabreissen in Gärten kamen in der Schulbank hoch. Petra Schenker-Zihlmann und Matthias Uehlinger in Akkordeonbegleitung von Ernst Lässer glänzten mit «Luschtig vo Huus» von Simon Bianchi ebenso wie die Kleinformationen mit «I bi-ne Burebueb» von Fritz Hofer. «Mi Jugendzyt» von Paul Schreiber gab dem Singspiel seinen Titel, gesungen als letztes Lied des Abends. Das Jodellied «Steimandli Jutz» als Zugabe schloss den Heimatabend ab. Alfred Weigel



