Zwischen Schwing- und Volksfest
Drei Tage lang stand Aarau Rohr ganz im Zeichen des Schwingsports. Das 119. Aargauer Kantonalschwingfest lockte vom 5. bis zum 7. Juni Tausende Besucherinnen und Besucher auf das Festgelände. Mit Konzerten, geselligen Festwirtschaften und viel Begegnungsmöglichkeiten wurde das Wochenende stimmungsvoll eingeläutet.
Am Samstag zeigten fast 280 Jungschwinger ihr Können im Sägemehl. Wer es lieber mit Karten als mit Kurz und Übersprung hielt, mass sich beim Jassturnier. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgesellschaft Rohr, verstärkt durch die MG Oberentfelden. Das abwechslungsreiche Konzert wurde durch Alphornklänge und Dudelsackauftritte bereichert. Dazwischen begeisterte der DTV Muhen mit mehreren Gymnastiknummern. Der sportliche Höhepunkt folgte am Sonntag: Vor 6500 Zuschauern in der ausverkauften Arena setzte sich Nick Alpiger aus Seon im Schlussgang nach 9 Minuten und 44 Sekunden Abnützungskampf am Boden gegen den Solothurner Marius Frank durch und sicherte sich den Festsieg und den kräftigen Muni «Franz».
Auch aus Sicht des organisierenden Schwingklub Aarau darf das Fest als voller Erfolg gelten. Mit Kaj Hügli aus Attelwil sowie Tim Roth aus Erlinsbach und Robin Studinger aus Däniken klassierten sich gleich drei Klubschwinger punktgleich auf Rang 2. Oliver Hermann aus Erlinsbach belegte Rang 3, punktgleich mit Sinisha Lüscher aus Muhen (Schwingklub Olten-Gösgen). Für emotionale Momente sorgte Tiago Vieira. Der Aarauer Schwinger beendete an seinem Heimfest nach einer erfolgreichen Karriere mit 16 Kränzen seine Laufbahn. Wiederbelebt wurde zudem der Schönschwingerpreis. Dieser ging an den jungen Giulio Russo aus Suhr, der für seinen kampfbetonten und fairen Schwingstil mit dem Esel «Jacky» belohnt wurde.
Alphornklänge, Jodelgesang und Fahnenschwinger prägten das Festbild und machten das Schwingfest zu einem Schaufenster gelebter Schweizer Tradition. Trotz 6500 Besuchern verlief das Fest friedlich und ohne Polizeipräsenz. Rücksichtnahme, Respekt und Eigenverantwortung werden beim Schwingen gelebt – eine Atmosphäre, die man sich auch bei manch anderem Sportanlass dieser Grösse wünschen würde. RAN















