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AKB: 22’000 Neukunden – 144 Millionen für die öffentliche Hand

Das starke Jahresergebnis der Aargauischen Kantonalbank (AKB) beruht auf einer deutlichen Steigerung im Zinsengeschäft und führt zu einer Zunahme des Geschäftserfolgs auf 307 Millionen Franken (+46,5 %). Der Jahresgewinn erhöht sich auf 253,8 Millionen (+41,8 %). Nachdem per 1. April 2023 bereits sämtliche Kontoführungsgebühren und Buchungsspesen auf Privat- und Firmenkonti abgeschafft wurden, streicht die AKB per 1. April 2024 zusätzlich die Gebühr für die AKB Debit Mastercard in der Höhe von 48 Franken pro Jahr und Karte.

In der Kundenumfrage «Top Banken 2024» der Handelszeitung und dem Datenprovider «Statista» erreichte die AKB in zwei Kategorien Spitzenplätze. Auf den ersten Platz schaffte es die Bank in der Kategorie «Firmenkunden». Den zweiten Podestplatz erreichte die AKB in der Kategorie «Private Kunden Nordwestschweiz». Mit über 22’000 neuen Kundinnen und Kunden, davon rund 10 % KMU, steigt die Kundenbasis auf über 250’000 Beziehungen. Direktionspräsident Dieter Widmer betont: «Diese Resultate sind eine erfreuliche Bestätigung für die breite Akzeptanz in der Bevölkerung und in den Unternehmen. Die AKB, als Bank der Aargauerinnen und Aargauer, ist nahe bei den Kundinnen und Kunden, pflegt den persönlichen Austausch und bietet ihr attraktives Produkte- und Dienstleistungsangebot auf verschiedenen Kanälen an.»

Rekordhohe Ablieferung an die öffentliche Hand

Die Aargauische Kantonalbank übertrifft die Vorjahres-Bestmarken deutlich und weist ihr bisher höchstes Jahresergebnis aus. Der Geschäftserfolg steigt um 97,5 Millionen (+46,5 %) auf 307,0 Millionen. Der Jahresgewinn erhöht sich auf 253,8 Millionen. Im Vorjahr belief sich der Jahresgewinn noch auf 179,0 Millionen.

Der Bankrat beantragt dem Regierungsrat zuhanden des Grossen Rats eine Gewinnablieferung an den Kanton Aargau von 117,0 Millionen (Vorjahr 92,0 Millionen). Zusammen mit der Abgeltung der Staatsgarantie in Höhe von 14,0 Millionen erhält der Kanton Aargau für das Geschäftsjahr 2023 eine um 27,1 Millionen erhöhte Gesamtentschädigung von 131,0 Millionen. Zusätzlich bezahlt die AKB 13,3 Millionen Steuern an ihre Standortgemeinden. Insgesamt fliessen somit 144,2 Millionen oder 29,8 Millionen mehr an die öffentliche Hand.

Geschäftsertrag erhöht dank Zinswende

Die AKB steigert ihren Geschäftsertrag um 27,9 % auf 544,1 Millionen, wozu grösstenteils das Zinsengeschäft als Folge der Zinswende beigetragen hat. Damit konnte die erfolgsbelastende Phase der Negativzinsen überwunden werden. Der mit Abstand wichtigste Ertragspfeiler der Bank, das Zinsengeschäft, erhöht sich netto um 120,1 Millionen (+38,5 %) auf 431,8 Millionen. Die Leitzinserhöhungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben sich in den Zinserträgen und Zinsaufwendungen abgebildet. Nebst höheren Einnahmen aus der Verzinsung der SNB-Sichtguthaben sowie den SARON-basierten Geldmarkthypotheken profitieren auch die Kundinnen und Kunden von höheren Verzinsungen auf allen CHF-Konti. Die AKB hat diese – als eine der wenigen Universalbanken – ohne Abstufungen nach Vermögensgrössen rasch weitergeleitet. So stieg der Zinsaufwand im vergangenen Jahr um rund 200 Mio. an.

Vorausschauende Risikoerkennung

Die Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft belaufen sich im Berichtsjahr auf 25,4 Millionen versus 10,1 Millionen im Jahr 2022. Einen Teil davon macht die Erhöhung der Wertberichtigungen für inhärente Ausfallrisiken aus, welche gewisse Stressszenarien abzudecken helfen. Zudem wurden die bereits verlangsamte Konjunkturentwicklung, insbesondere bei Exportunternehmen, sowie das erhöhte Zinsumfeld spürbar und die Bank nahm vorausschauend Wertberichtigungen auf diversen Einzelpositionen vor. Die Risikovorsorge der AKB ist somit gut geäufnet und das Kreditportfolio insgesamt sehr robust.

Strategiekonformes Ausleihungswachstum – Firmenkredite erneut mit hohem Anstieg
Bei den Kundenausleihungen verzeichnet die Bank dank der weiterhin stabilen Nachfrage nach selbstbewohntem Wohneigentum, trotz erhöhten ausserordentlichen Amortisationen, ein Wachstum der Hypotheken von 2,6 %. Dazu tragen auch die Green Hypotheken bei, welche um gut 100 Millionen zulegen. Die hohe zusätzliche Nachfrage nach Krediten an KMU und Grosskunden hält mit +8,3 % (Vorjahr +9,2 %) an. Insgesamt nehmen die Kundenausleihungen somit um 0,8 Milliarden (+3,0 %) zu und belaufen sich per Jahresende 2023 auf 26,1 Milliarden. Über 90 % aller Kundenausleihungen sind hypothekarisch gedeckt und über 90 % befinden sich im Marktgebiet der AKB (Kanton Aargau und angrenzende Gebiete). Den hypothekarisch gedeckten Ausleihungen von 23,9 Milliarden stehen Sicherheiten in Form von Schuldbriefen auf Liegenschaften im Wert von 47,1 Milliarden gegenüber.

Kundeneinlagen von Privaten überdurchschnittlich gewachsen

Die Turbulenzen auf dem Finanzplatz Schweiz sowie die attraktiven Konditionen der AKB resultieren in einer starken Zunahme der Kundeneinlagen. Die AKB profitiert beim um 1,5 Milliarden (+2,3 %) gestiegenen Businessvolumen von einem starken Wachstum der Kundeneinlagen von Privaten über 1,3 Milliarden (+8,7 %) sowie deren Depotneugeld von 0,7 Milliarden (+10,2 %). Dem entgegen wirken sich Umschichtungen weniger institutioneller Investoren sowie die aktive Nichtverlängerung von auslaufenden Geldaufnahmen durch das Treasury negativ auf das Wachstum der Kundenvermögen aus.

Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stagniert aufgrund Gebührenerlasses auf Vorjahresniveau

Der Erfolg aus Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft liegt mit 83,2 Millionen (–0,6 %) fast auf Vorjahresniveau. Der Erlass der Buchungsspesen und Kontoführungsgebühren ab April 2023 zu Gunsten der Kundinnen und Kunden zeichnet sich im Rücklauf von den Kommissionserträgen übriges Dienstleistungsgeschäft ab. Ohne diesen Effekt wäre der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um rund 3% gewachsen. Basis des Erfolgs ist das robuste Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft, welches die Bank in den letzten 25 Jahren erfolgreich ausbaute.
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft steigt mit +6,5 % auf 24,5 Millionen im Rahmen der Erwartungen.

Investitionen in die Zukunft erhöhen den Geschäftsaufwand

Der Geschäftsaufwand legt um 21,4 Millionen (+10,2 %) auf 229,8 Millionen zu. Der Personalaufwand als grösste Aufwandsposition steigert sich um 12,6 Millionen (+9,9 %) und erhöht sich auf 140,0 Millionen. Die AKB kann den Personalbestand um 43 Vollzeitstellen auf 807 erweitern (+5,6 %), wovon 32 % der Mitarbeitenden ein Teilzeitarbeitsmodell nutzen. Die Erhöhung des Personalbestandes ist auch eine direkte Folge der rund 22’000 Neukundinnen und -kunden, welche die Bank gewonnen hat. Nebst höheren Vergütungen für das Personal hat die Einmaleinlage von rund 3 Millionen in die Pensionskasse – aufgrund der APK-Dekretsänderung – den Personalaufwand gesteigert.

Der Sachaufwand erhöht sich um 10,8 % auf 89,8 Millionen. Die steigenden Ausgaben in der Informatik zahlen auf den weiteren Ausbau von innovativen Dienstleistungen und Kundenerlebnissen ein und machen rund 42 % der Sachaufwendungen aus. Resultat der höheren Investitionen sind die Lancierung neuer Produkte im Anlage- und Ausleihungsbereich, der Ausbau der b-link-Schnittstelle für diverse Buchhaltungssoftwares, die Einführung neuer Funktionen im e-Banking und Mobile Banking sowie Investitionen in die Sicherheit und in Zukunftstechnologien. Der Ausbau der Beratungstools erhöht die Beratungsqualität zusätzlich, was sich in den über 88’000 umfassenden Beratungen von Kundinnen und Kunden gezeigt hat. Dieter Widmer ist beeindruckt: «Die Kundinnen und Kunden nutzen unsere Angebote, Beratungen und Informationen auf diversen Kanälen immer stärker. Die Arbeitsleistung unserer Mitarbeitenden überzeugt weiterhin und zeigt sich auch am guten Unternehmensklima, was diverse Umfragen bei den Mitarbeitenden bestätigen.»
Die Abgeltung für die Staatsgarantie an den Kanton Aargau erhöht sich um rund 2,1 Millionen (+17,9 %) auf 14,0 Millionen.

Die AKB-Stiftung «Lebensraum Aargau» freut sich über eine jährliche Zuweisung von 1 % des Jahresgewinns 2023 von 2,5 Millionen (+0,7 Millionen) zur Unterstützung und Förderung von gemeinnützigen Projekten und Initiativen im Marktgebiet. Im abgelaufenen Jahr konnte die Stiftung 110 Projekte im Umfang von 1,4 Millionen unterstützen.

Für die Vergünstigung der Green Hypotheken und für die Durchführung des AKB Förderprogramms hat die Bank 0,8 Millionen (+53,1 %) investiert. Mitfinanziert werden die Kosten durch die Deckungsbeiträge von ESG-sensitiven Finanzierungen über 0,4 Millionen (–43,2 %) sowie über die Zinsvorteile der Green Bonds und Green Termingelder im Umfang von 0,1 Millionen. Der Anteil nachhaltiger Valoren erhöht sich sowohl in der Vermögensverwaltung (institutionelle Kundinnen und Kunden +11,1 %) als auch im Anlageberatungsgeschäft (+3,7 %). Die differenzierte Ausbildung der Mitarbeitenden ist im Thema der Nachhaltigkeit intensiviert worden.

Hohe Effizienz und Eigenkapitalausstattung auf Höchststand

Der Geschäftserfolg erhöht sich auf 307,0 Millionen und übersteigt das letztjährige gute Ergebnis um beinahe 100 Millionen. Aufgrund der Ertragssteigerung und der weniger starken Erhöhung der Aufwendungen verbessert sich die Cost-Income-Ratio auf ausgezeichnete 42,2 % (Vorjahr: 49,0 %). Dies zeigt die hohe betriebswirtschaftliche Effizienz der Universalbank auch im Marktvergleich. Die Eigenkapitalrendite von 11,1 % übertrifft klar die strategischen Vorgaben.

Die Zuweisung von 40 Millionen an die Reserven für allgemeine Bankrisiken stärkt die Eigenmittel zusätzlich. Diese betragen per Ende Jahr (nach geplanter Gewinnverwendung) 2,95 Milliarden (+185,5 Millionen).

Dank der Eigenmittelstärkung kann eine Erhöhung der Gesamtkapitalquote auf 18,9 % (+0,4 Prozentpunkte) verzeichnet werden. Unter Ausklammerung der freiwilligen Gewinnreserven, welche vorausschauend zur Abfederung der finanziellen Auswirkungen des Regelwerkes von Basel III final gebildet wurden, und mit Berücksichtigung des per Ende September 2022 reaktivierten nationalen, antizyklischen Kapitalpuffers der SNB, erhöht sich die Quote um 0,4 Prozentpunkte auf 16,9 % und erfüllt auch das neue strategische Zielband von 16–20 %.

Gebührenerlass der Debit Mastercard

Die AKB ist und bleibt eine der attraktivsten Universalbanken in der Schweiz. Nach der Abschaffung der Kontoführungs- und Buchungsspesen auf Privat- und Firmenkonti per 1. April 2023 schafft die Bank neu per 1. April 2024 auch die Jahresgebühr der Debit Mastercard im Umfang von 48.– ab. Zusammen mit den attraktiven Verzinsungen auf Privat-, Spar-, Firmen- und Vorsorgekonti – notabene unbegrenzt, d.h. ohne Abstufungen nach Vermögensgrössen – lässt sie somit Kundinnen und Kunden am Erfolg der Bank teilhaben und bietet das attraktive Basisangebot auch sämtlichen neuen Kundinnen und Kunden vorbehaltlos an.

Ausblick

Die wichtigsten globalen Zentralbanken haben in den vergangenen beiden Jahren zur Bekämpfung der stark gestiegenen Teuerungsraten ihre Zinsen teilweise deutlich erhöht. Seit Mitte 2023 zeigen diese Massnahmen ihre Wirkung. Dadurch wird es den Zentralbanken ermöglicht, die Zinsen bereits im Verlauf dieses Jahres schrittweise wieder zu reduzieren.

Die AKB verfolgt weiter ihren eingeschlagenen Weg und ist bestrebt, ihre Resilienz in vielfältiger Hinsicht hochzuhalten. Die finanzielle Lage der Bank ist äusserst solide, womit allfällige Widrigkeiten problemlos gemeistert werden können. Für das Jahr 2024 erwartet die Bank ein leicht tieferes Ergebnis, welches in erster Linie den erwartet rückläufigen Zinsen geschuldet sein wird.
Christine Honegger, AKB