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Bevölkerung gibt ihrem Wald gute Noten

Der Aargau ist ein Waldkanton, ein Drittel der Kantonsfläche ist mit Wald bedeckt. Der Wald dient als Erholungsraum, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie als Lieferant des nachwachsenden Rohstoffs Holz und bietet Schutz vor Naturgefahren. Nicht zuletzt liefert er einen wesentlichen Beitrag an den Klimaschutz. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat nach 2010 zum zweiten Mal eine entsprechende Befragung für den Aargau in Auftrag gegeben. Dies als Ergänzung zur dritten nationalen Bevölkerungsumfrage über den Wald (WaMos 3). Die nun vorliegenden Ergebnisse erlauben einen Vergleich zwischen dem Aargau und der ganzen Schweiz und erstmals auch mit der kantonalen Befragung aus dem Jahr 2010.

Der Wald gefällt
Die Aargauerinnen und Aargauer sind ihrem Wald gegenüber äusserst positiv eingestellt und messen ihm hohe Bedeutung zu – an erster Stelle, weil er Lebensraum für Tiere und Pflanzen ist, gefolgt von der Sauerstoffproduktion und dem Schutz vor Naturgefahren. Ebenfalls hohe Werte erreichen der Beitrag zum Klimaschutz (CO2-Speicherung), die Holzproduktion, der Temperaturausgleich während Hitzeperioden und die Bedeutung als Erholungsraum. Dieser positiven Einstellung steht eine wachsende Besorgnis über den Zustand des Waldes gegenüber.

Mit 92 Prozent spricht sich die Aargauer Bevölkerung überaus deutlich für die Beibehaltung des geltenden Rodungsverbots aus. Gut 80 Prozent finden es richtig, als Ersatz für ausnahmsweise bewilligte Rodungen in der Nähe eine gleich grosse Waldfläche anzulegen. Insgesamt hat knapp die Hälfte der Befragten im Wald Veränderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel bemerkt. Die Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel finden Unterstützung – so etwa die Förderung und Neupflanzung von Baumarten, die an das zukünftige Klima angepasst sind oder das Fällen kranker Bäume.

Die Aargauerinnen und Aargauer nennen am häufigsten die gute Luft, Naturerlebnisse und das Interesse an der eigenen Gesundheit als Motiv für ihre Waldbesuche. Am meisten zieht es sie in den Wald, um dort zu spazieren oder zu wandern, um die Natur zu beobachten oder um einfach zu verweilen. 93 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden ist eher oder absolut zufrieden mit ihren Waldbesuchen. Gegenüber 2010 ist dieser Anteil gestiegen und liegt 5 Prozent höher als in der ganzen Schweiz. Mit 59 Prozent fühlt sich die Mehrheit der Waldbesuchenden im Aargau nicht durch andere Erholungssuchende gestört. Allerdings ist dieser Anteil seit 2010 deutlich geschrumpft: Rund ein Drittel fühlt sich durch Abfall und Vandalismus gestört, gefolgt von Bikern oder Partys. Weitere häufige Störungsursachen sind Hundeausführen und Reiten.

Die Aargauerinnen und Aargauer sind mit der Pflege und Holznutzung des Waldes zufrieden. Auch das Liegenlassen geschlagener Äste und Stämme ist für drei Viertel der Befragten nicht störend. Knapp drei Viertel befürworten es, umgestürzte oder tote Bäume generell zu räumen. Ein Viertel findet es ausreichend, wenn die Räumung sich auf Wege beschränkt. Vier von fünf Aargauern befürworten, wenn Restholz aus Sägereien zur Energieversorgung verbrannt wird. Beim Kauf von Holzprodukten legen die meisten Wert auf eine umweltverträgliche Produktion, gefolgt von der sozial fairen Herstellung, der Herkunft aus der Schweiz, – zuletzt – dem günstigen Preis.

Wald ist überlebenswichtig
Die Aargauer Bevölkerung misst der Lebensraumfunktion des Waldes höchste Bedeutung zu. Gleichzeitig gehen 79 Prozent davon aus, dass die Zahl der Tier- und Pflanzenarten im Schweizer Wald in den letzten 20 Jahren abgenommen hat. Im Vergleich zu 2010 ist die Besorgnis stark gestiegen. Unter den Bedrohungsursachen der Biodiversität ist am häufigsten der Klimawandel genannt, gefolgt von eingeschleppten Pflanzen, Tieren und anderen Schadorganismen, der Ausdehnung von Siedlungen und der allgemeinen Umweltverschmutzung. Die Mehrheit begrüsst es, dass bestimmte Gebiete zugunsten der Wildtiere strengen Schutz geniessen, und dass Wildtiere vor Störungen durch Freizeitaktivtäten bewahrt werden.

Die Aargauer Waldpolitik verfolgt drei Hauptziele: Wald erhalten und aufwerten, Holz nachhaltig nutzen, Erholung lenken. Die Multifunktionalität der Wälder nimmt eine zentrale Stellung ein. Die heute präsentierten Resultate der Bevölkerungsumfrage zeigen, dass die Aargauer Waldpolitik von der Bevölkerung mitgetragen wird und auf dem richtigen Weg ist.

Informationen und detaillierte Resultate unter www.ag.ch/wamos.