Neues Tanklösch- und ein Pikettfahrzeug

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Feuerwehr Entfelden-Muhen 

Hoffen wir, dass Nomen für einmal nicht Omen sind, wurden doch die neuen Tanklösch- und Pikettfahrzeuge von der Firma Brändle aus Wil SG konstruiert. Und selbst wenn es meistens beim «Brändle» bleibt und nicht zum Grossbrand ausartet, ist die Feuerwehr Entfelden-Muhen jährlich an rund 80 Übungen präsent und leistet in gut 50 Ernstfällen Hilfe. Von der Wespenbekämpfung bis zum Vollbrand hält man sich 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr bereit und opfert damit die Freizeit zugunsten der Bevölkerung.

Entfelden-Muhen Klar, dass dafür auch die Infrastruktur stimmen muss: Das moderne Feuerwehrdepot zwischen Oberentfelden und Muhen erfüllt die notwendigen Standards in jeder Beziehung, doch die in die Jahre gekommenen Fahrzeuge sollten endlich in Rente geschickt werden können. Am Wochenende war es endlich soweit, dass das neue Tanklösch- und das neue Pikettfahrzeug in Empfang genommen werden konnten. Wie viel Arbeit im Vorfeld dafür geleistet wurde, zeigte Geschäftsleiterin Claudia Brändle bei der Schlüsselübergabe auf. «Harte Verhandlungen», seien es jeweils gewesen, in denen die Verantwortlichen der Entfelden-Muhen-Feuerwehr «ihre» Fahrzeuge nach eigenem Wunsch kreiert und stetig den Anforderungen angepasst hätten. Dass sich die stundenlangen Verhandlungen gelohnt haben, zeigten nun die Resultate: modernste Einsatzfahrzeuge, ganz auf die Anforderungen im rund 17 Quadratkilometer grossen Einsatzgebiet und im Dienste von gut 15’500 Einwohnern zugeschnitten.

Brandfall simuliert Meist ist es ein Fahrzeug, das eingeweiht wird. In Entfelden-Muhen waren es aber sogar zwei, im Gesamt-Kostenrahmen von 1,15 Millionen Franken. Das musste auf eine ganz besondere Art gefeiert werden. Die jährliche Übung für die Bevölkerung wurde darum zum denkwürdigen Ereignis ausgebaut, von dem das zahlreich erschienene Publikum noch lange reden wird. Ein Holz-Ferienhaus wurde im Vorfeld des Festanlasses gebaut, um den Löschangriff möglichst realitätsnah aufzeigen zu können. Kommandant Andreas Baumann moderierte die spektakuläre Übung, zeigte die verschiedenen Schritte auf und erklärte, wie sich das Feuer entwickelt und was die Feuerwehrleute tun. Wenn es nachts brennt, ist der Einsatz besser gewährleistet, als wenn die Feuerwehrleute bei der Arbeit sind. Ohne Mithilfe der Arbeitgeber wäre eine gezielte Nothilfe darum gar nicht möglich. Rund zehn Minuten dauert es vom Alarm bis zum Eintreffen am Einsatzort – eine Zeit, in der sich 20 Mitarbeitende bereitmachen, ins Depot fahren und mit dem Tanklöschfahrzeug zum Einsatzort begeben. «Mit Unbekannten und Fragezeichen», wird man alarmiert, denn kein Einsatz ähnelt dem anderen. Kaum vor Ort, übernimmt der Einsatzleiter die Aufgabe als Chaos-Manager. Jeder Feuerwehrmann kennt seine Aufgabe und seinen Platz.

Das Retten steht immer an erster Stelle. Man weiss nie, wie viele Menschen sich im Brandhaus befinden, darum wird dieses Schritt für Schritt durch die Atemschutzleute abgesucht. Ein Feuer entwickelt sich rasend schnell, wenn es Sauerstoff bekommt. Nach dem Löschen werden Wärmebildkameras eingesetzt, damit jeder mögliche Brandherd eliminiert werden kann. Bei grös-seren Ereignissen bleibt eine Brand-wache noch Stunden vor Ort und überwacht das Brandobjekt.



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